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„Ich verstehe die Frage nicht“, antwortete Kedar. „Warum muss Israel überhaupt irgendjemanden auf dieser Welt um Erlaubnis fragen, ob es in Jerusalem bauen darf? Jerusalem ist seit über 3000 Jahren die jüdische Hauptstadt. Wir haben in dieser Stadt gelebt, als eure Vorväter noch Wein tranken, ihre Töchter lebendig vergruben und Götzen anbeteten.“
Der arabische Fernsehmoderator reagierte entsetzt auf diese geschichtlich fundierte Antwort, gab aber nicht nach. „Verzeihung, Herr Kedar! Wenn sie über Geschichte reden wollen, dann lassen Sie uns über den Koran diskutieren. Sie können nicht die Existenz Jerusalems im Koran dementieren! Ich bitte sie daher, die Gefühle der Araber und Moslems zu berücksichtigen“, erklärte Riyan.
„Aber Jerusalem wird im Koran gar nicht erwähnt“, erwiderte Mordechai Kedar. Riyan wurde daraufhin wütend und versuchte einen Vers aus dem Koran zu zitieren, der islamischer Interpretation gemäß auf Jerusalem weist. „Der Koran erwähnt nicht ein einziges Mal Jerusalem“, wiederholte Kedar zum dritten Mal und verwies darauf, dass man den Koran nicht einfach bei Al-Jazeera umschreiben könne.
Die Sendung wurde von 50 Millionen Zuschauern empfagen.
Schalom und herzlich Willkommen auf Sechelog! Sechelog setzt sich zum einen aus dem hebräisch „Sechel“ (שכל), was Verstand bedeutet und die Wurzel für „Haskala“, die jüdische Aufklärung und Bildung bildet. Zum anderen aus dem griechischen Logos (λόγος), was soviel wie Wort, Sinn oder Bedeutung heißt und Bestandteil des Wortes Dialog ist.
Viel Spaß beim Lesen, Kommentieren und Diskutieren!
Tobias
22. Januar 2010 um 16:06 Uhr
“Jerusalem gehört zu Israel”
“Es war unsere Hauptstadt vor über 3000 Jahren als eure Großväter noch Wein tranken”
Das ist natürlich genau der richtige Weg um den “Krieg um die Herzen der Araber” zu gewinnen.
Wie konnte dieser Mordecahi Kedar eigentlich jemals Professor werden? Wird da nicht eine gewisse Intelligenz vorraus gesetzt?
Nein, im Ernst, so wird kein Frieden geschaffen. Eine solche Repräsentation Israels empört die Araber selbstverständlich.
Roman
22. Januar 2010 um 16:32 Uhr
Um die Intelligenz von Kedar brauchst du dir keine Sorgen zu machen, immerhin hat er im Leben genug geleistet und führt das Interview im perfekten Arabisch. Ob die Herzen der Araber gewonnen werden sollen, weiß ich nicht. Warum sollten sie? Es geht um einen kritischen Diskurs und Kedar ist nicht zu widerlegen.
Nah-Ost ist nicht Europa und er ist nicht der Botschafter des Staates Israel, sondern ein Gast in einer moderierten Sendung. Niemand hat Al-Jazeera gezwungen ihn einzuladen.
Jerusalem ist nun mal die ewige Hauptstadt des jüdischen Volkes und Israels und sie können dort bauen was sie wollen.
Tobias
24. Januar 2010 um 00:55 Uhr
Kedar selbst sagt, es müsse der krieg um die Herzen der Araber gewonnen werden^^.
Er macht das ja sehr geschickt.. *hüstel*
“Jerusalem ist nun mal die ewige Hauptstadt des jüdischen Volkes und Israels und sie können dort bauen was sie wollen.”
GENAU DAS ist es, was unglaublich ignorant, egoistisch und konflikt verschärfend ist! “die ewige Hauptstadt” – das sagt deine Religion! Wenn sich jeder nur auf die eigene Religion beruft, gibt das nur Krieg. Das haben die christen auch schon behaupted, und herrausgekommen ist ein Blutbad. Außerdem kann Israel da keinesfalls bauen, was es will, weil dort eben auch Palästinenser leben und deren meinung muss bercüksichtigt werden!!
Krass, genau so eine Haltung bringt die Israelkritik hervor und bei den Palästiensern den Terror.
Würde die Haltung mal aufgegebn werden und ernsthaft versucht werden, die Palästinenser als gleichberechtigte Partner zu behandeln, wäre schon viel gewonnen!!
Roman
24. Januar 2010 um 11:04 Uhr
Es geht nun mal nicht darum, dass die Araber Juden lieben, sondern darum, dass man sich Gehör verschafft. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass man das Fernsehen nicht den Feinden Israels überlässt. Das ist das was Kedar gesagt hat.
Das sagt mir nicht meine Religion, das sagt mir die 3000 jährige Geschichte dieser Stadt, das natürliche Recht des jüdischen Volkes, seine Kultur und seine Religion. Aber auch dein Argument an sich hinkt, wenn sich die Muslime auf ihre Religion und den Koran berufen würden, dann gäbe es eben keinen Krieg! Denn im Koran ist Jerusalem nicht erwähnt, dafür verspricht aber auch Allah den Juden das Land Israel. Offensichtlich will man das zu gern überlesen.
Die Meinung von Palästinensern muss nicht berücksichtigt werden, sondern lediglich die Meinung arabischer Israelis und diese wird durch die demokratischen Strukturen im israelischen Staat berücksichtigt. Gerade du, der so sehr auf seiner Rechtsauffassung, Menschenrechten und anderen abstrakten Dingen beharrt sollte das hinnehmen. Was innerhalb Israels gebaut wird, geht nur die Bürger Israels etwas an, das ist das was Kedar gesagt hat.
Außerdem kommen die gebauten Wohneinheiten auch den arabischen Bewohnern zu Gute.
Das würde bedeuten, dass man mit Abgabe von Land Frieden bekäme, dem ist aber nicht so. Der Gaza-Streifen wurde den arabischen Palästinensern zurückgegeben und man erntete Raketen und Terror. Ebenso verhielt es sich mit dem Lebanon, der Abzug Israels führte zu Angriffen der Hissbollah. Ohnehin führten Staaten Kriege gegen Israel, die keine territoriallen Konflikte mit dem jüdischen Staat hatten. Auch der Antisemitismus, der als „Israelkritik“ daherkommt würde nicht abebnen, denn Antisemitismus braucht keine Juden.
In Nah-Ost funktionieren keine europäischen Lösungen von heute. Interessant ist aber, dass der beispielhafte Frieden in Europa eben auf einem Bevölkerungsaustausch basierte. Das ist meiner Ansicht nach, sehr zu begrüßen.
Tobias
24. Januar 2010 um 21:37 Uhr
Ja, man soll das Fernsehn nicht nur Arabern überlassen, klar. Jede Gesellschaft brcuht verscheidene Stimmen. Aber wie er sich ausdrückt, so schafft er nur noch mehr feinde und Hass.
Du magst es ja auch nicht wenn ich sage würde: “Die Palästinenser waren vor den juden in Israel und plötzlich kamen sie daher, haben sich breit gemacht und bekommen von den britischen Kolonialisten einen Staat in den Arsch geschoben.” Wohl gemekrt, das würde ICH so nicht ausdrücken.
“Menschenrechte und solch abstrakte Dinge”? Für mich sind Menschnrechte überhaupt nicht abstrakt sondern eine Selbstverständlichkeit. Für dich etwa nicht??
Was mich interessiert: Haben die in Jerusalem lebenden Palästinenser überhauot keine demokratischen Mitbestimmungrechte? Oder bekommen sie welche, wenn sie mehr als 2 Jahre dort wohnen? wenigstens in den Regionalparlamenten?
Außerdem sagt ja nur Israel, das Jeruslam im Inneren Israels ist. Die Palästinenser sehen das ganz anders.
Du hast recht, eine Abgabe von Land schafft niucht Frieden. Es müsste einen ganz neuen Ton geben in der israelischen Poltik. Eben einen respektablen. Und nicht “Wir bauen in Jerusalem was wir wollen”.
Antisemitismus braucht keine Juden? hmmm…versteh ich nicht.^^
Roman
24. Januar 2010 um 21:56 Uhr
Genau so ist es gewesen. Die derzeitige Landverteilung ist die Folge der Mandatspolitik. Es ist sehr leicht nachzuvollziehen, dass die allermeisten Araber in Israel erst NACH den ersten Zionisten kamen und jetzt pochen sie auf einem eigenen Staat, nein auf eigene Staaten. Einen Palästinenserstaat gibt es übrigens auch schon länger: Jordanien.
Nein, für mich sind Menschenrechte etwas abstraktes, was einer Selbstverständlichkeit nicht im Wege steht.
Wie in jeder Demokratie der Welt, so habe die arabischen Israelis die vollen Bürgerrechte, die Nichtbürger haben nur eingeschränkte Rechte. In Deutschland ist das nicht anders.
Nein, das sagt nicht nur Israel, aber das reicht auch schon.
Nein. Es gab genug israelische Bemühungen, jetzt muss der Terror aufhören, dann kann wieder verhandelt werden, jedoch nicht über Jerusalem. Derzeit sieht es nicht einmal so aus, als hätte Israel einen ersthaften Gesprächspartner.
Lies ein Buch. Ernsthaft. Wie alt bist du? 16?
Yael
25. Januar 2010 um 17:23 Uhr
“Wie alt bist du? 16?”
Das frage ich mich auch. Dass Antisemitismus keine Juden braucht, ist so alt wie der Antisemitismus selber.
Roman
26. Januar 2010 um 11:17 Uhr
Pass auf, er sagt gleich, dass es den Antisemitismus erst seit dem 19. Jahrhundert gibt
Das Unwissen ist natürlich nicht schlimm ist. Man kann ja noch dazu lernen.
Ich empfehle hier einfach ein weiteres Buch: Der ewige Antisemit von Henryk M. Broder.
Hier oder hier. Sicherlich gibts im Netz, aber auch “Auszüge” für wissenschaftliche Zwecke.